Take That ProgressLive-Tour: Düsseldorf, 25.07.2011 – Esprit Arena
Konzertberichte, Fotos und Videos gibt es seit einer Stunde nach dem Konzert schon wie Sand am Meer zu finden. Das ist für mich allerdings kein Grund nicht auch noch meinen Senf abzugeben, denn es war einfach ZU SENSATIONELL um das nicht schriftlich festzuhalten.
Schon vor ner ganzen Weile haben die Frau K. und ich herumgesponnen, dass wir auf eins der drei in Deutschland stattfindenden Take-That-Konzerte gehen wollen, aber irgendwie haben wir dann doch nie gebucht und dann wurde es auch bald zu teuer.
Vor dem Konzert
Etwa 3 Wochen vor dem Düsseldorf-Konzert hab ich dann auf Facebook eine Werbung von ticket.de gesehen, die noch Restkontingente hatten. Nach einem kurzen Preischeck war die Sache dann beschlossen: Wir fahren nach Düsseldorf. Daraufhin folgte eine 3wöchige intensive Vorbereitungsphase: Alben wurden gekauft, Songs auswendig gelernt, viel nervös gekichert und zu guter Letzt Leuchtstäbe gekauft. 2 Wochen lang haben wir alle Facebook-Freunde genervt mit einem Youtube-Video-und-Liedzeilen-Countdown auf unseren Walls
.
Am 25.07.2011 um 10 Uhr morgens brachen wir dann auf Richtung Düsseldorf und kamen nach etwa 3 Stunden Fahrt im Hotel an. Das hatte uns auch schnell begeistert, nicht nur wegen dem Retro-Telefon
. Es war sauber und fußläufig zum Hauptbahnhof.
Nachdem wir dann kurz uns und die iPhones aufgeladen hatten gings auf zu einer kleinen Stärkung und Erkundung der Gegend. Bei Pizza Hut am Hauptbahnhof haben wir dann auch die ersten Nerds im Tour-Shirt entdeckt. Kurz ausgecheckt wo die Bahn abfährt und dann zurück ins Hotel um die letzten Vorbereitungen zu treffen.
Das Konzert
Bewaffnet mit iPhones, Karten, Stadtplan und Leuchtstäben machten wir uns dann am späten Nachmittag auf den Weg in die Esprit-Arena. Lob an dieser Stelle an die Organisation und Security. Die U78 fuhr mit Sonderbahnen zur Arena und an jeder Haltestelle standen bereits Security-Leute, sehr beeindruckend. In der Bahn hockte uns dann eine andere Weibergruppe gegenüber, eine Frau mit Töchtern & Kollegin war angereist, die Tochter war so ca. 14 und als die Mutter dann sich freute, dass die Pet Shop Boys als Vorgruppe auftreten fragte das Kind dann "Wer ist das denn?". O M G. Feeling old!

Erste Amtshandlung nachdem wir die Kartenkontrolle passiert hatten war das zielsichere Ansteuern eines Bierstandes. Dort haben wir dann für einen Wucherpreis Bier gekauft, die 2 Euro Pfand für die Becher waren dagegen sehr ok, dafür dass man den natürlich behalten hat
.
Pet Shop Boys - Vorgruppe
Um 19:15 gings dann los. Ein komisches Kerlchen kam auf die Bühne, ging an die Tastaturattrape und tippte "Welcome the PET SHOP BOYS" und löste damit die erste Jubelwelle des Abends aus. Der Auftritt der Pet Shop Boys war großartig. Nach 2 neuen Songs die ich nicht kannte kamen die ganzen Klassiker von "Go West" über "Always on my mind" bis zu "It's a sin".
Und los gehts - Take That 4
Die Pause zwischen den Pet Shop Boys und Take That dauerte dann leider viel zu lange und war gefüllt mit nerviger Dudelmusik und Werbung. Schade, wo die Menge doch schon echt gut drauf war, dass dann so abzuwürgen. Das war dann aber alles vergessen, als das komische Kerlchen erneut auf die Bühne kam, einen Progress simulierte (von kriechen zum aufrechten Gang) und dann den Countdown startete. Unter tosendem Jubel betraten anschliessend Gary, Mark, Jason und Howard die Bühne. Für mich war das immernoch total surreal. Als sich Take That 1996 trennten war ich 15 und auf keinem Konzert gewesen. Jetzt, 15 Jahre später, tritt dieser wichtige Teil meiner Jugend auf die Bühne. Das Gefühl kann man garnicht beschreiben. Total geflasht.
Die Jungs performten dann 5 Songs zu viert und es hat richtig Spass gemacht. Schöne Musik, tolle Show, die Geschichte ihrer 4er-Zeit schön erzählt mit Elementen aus allen Shows und Alben. Das hat richtig Spass gemacht. Nach Shine räumten die Jungs dann mit ein paar netten Dankesworten die Bühne und machten Platz für den eigentlich Haupt-Act des Abends.
Der Superstar - Robbie Williams
Da wir die Setlist ja bereits kannten war das Ende von "Shine" für den ein oder anderen schon emotional anstrengend, wusste man ja, dass anschliessend Mr. Robbie Williams die Bühne betreten würde. So hatte ich auch die Frau K. bereits verloren und habe mich dann darauf konzentriert ihr iPhone zu retten, damit es nicht aus den zitternden Händen fällt
. Auch Robbie war für mich eine Premiere und auch wenn ich zu TT-Zeiten immer wie irre in Mark verliebt war ist und bleibt Robbie Williams natürlich in Sachen Entertainment und Solo-Performance die unangefochtene Nummer 1. Seine Musik mag ich auch sehr gern und mit Angels, dass er den Opfern von Oslo und Amy Winehouse widmete war das Highlight des Abends erreicht. Die Tränen flossen literweise und die Aufforderung "sing it loud und sing it proud" wurden von den 43.000 Zuschauern ohne Zögern befolgt.
Back for good - Take That 5
Als die Jungs dann nach dem Solo-Part von Robbie mit "Standing on the Edge of forever" (1. Zeile von "The Flood") das letzte Drittel des Konzerts starteten schloss sich für mich der Kreis. Progressed - Take That war endlich wieder Take That. Es war nicht mehr das Take That des Gary Barlow aus den 90ern, es war aber auch nicht das Take That des Robbie Williams, auch wenn dieser natürlich hier und da im Mittelpunkt stand. Aber für mich wirkte es harmonisch und einig. Die Jungs schienen sich selbst und ihre Gemeinsamkeiten gefunden zu haben. Der TT5-Part war für mich durchweg emotional. Das Medley mit den alten Songs, als man sich selbst ein wenig auf die Schippe nahm und mit einem zwinkerndem Auge zurückblickte, ohne dabei die 90er-Jahre-Boyband lächerlich zu machen. Ganz gross. Bei "Back for good" war ich sicher nicht die einzige, die den Inhalt auf die Geschichte der Jungs ummünzte und als sie mit "And we've come so far" den Superhit "Never forget" anstimmten flossen erneut Tränen. I will never forget! 15 Jahre später hat man dann doch wieder die gleichen Teenie-Emotionen
. Mark, Gary, Robbie, Jason und Howard - DAS ist für mich Take That. So sehr ich TT4 und Robbie solo genossen hatte, der 5er-Part fühlte sich richtig und "angekommen" an. Und selbst wenn die Jungs jetzt nicht in der Konstellation weiter machen hab ich eine einmalige Erinnerung. Never forget!
Nach dem Konzert
Emotional erledigt und das Makeup gründlich verheult ging es dann zurück zum Hotel. Auch hier Respekt für die Orga, wir waren flott an der Bahn, alles war gut abgesichert und per Lautsprecher wurden die Leute noch unterhalten während der Wartezeit. Die Nacht begann natürlich erst, nachdem alle Videos noch mehrfach geschaut waren und man verschiedentlich hysterisch gebrüllt oder auch geweint hatte.
Das ging dann auch die nächsten 2 Tage noch so weiter. Und für Dienstag ist der Memorial-Tag mit Singstar, DVD (Take That - Look Back, Don't Stare) schauen, Videos und Bilder gucken und einfach in Erinnerungen schwelgen geplant.
Fazit
HACH!
